Donnerstag, 11. Februar 2016

(Blogparade) Travel the World Polen

Die Blogparade "Travel the World" ist in Polen angekommen, die Blogparade wird wie die meisten an der ich teilnehme von Jessy veranstaltet. Während der Planung mussten wir feststellen das viele einen persönlichen bezug zu dem Land haben, auch ich. Wenn ich ehrlich bin war ich am überlegen die Runde auszusetzen weil sehr viele Erinnerung daran hängen...




Eigentlich hatte ich ein Rezept geplant, mein Lieblingsrezept "Barszcz" eine rote Beete Suppe aber ich habe es zeitlich nicht geschafft, es wird nachgeholt.
Nicht nur das ich jede Möglichkeit meiner Kindheit in Polen verbracht habe, habe ich viele polnische Freunde und auch Verwandte. Die polnische Küche kannte ich schon von klein auf an, das lag an meiner Freundin Matze, wir waren ein Herz und eine Seele uns gab es nur im Doppelpack, wir waren wie Schwestern und so lernte ich schon das gute polnische essen von ihrer Mama kennen. 

Meine Ferien verbrachte ich fast immer in der Nähe von Lubowo einer kleinen Gemeinde bei meiner Oma, meine Großeltern haben sich dort ein Haus gebaut und haben fast alles selber gemacht. Sie wohnten richtig in einem Dorf, nicht viele Nachbarn und um Einkäufe zu erledigen mussten sie in die nächste Ortschaft fahren. Man fuhr viel durch Wälder und Feldern.
Ein paar KM von dem Haus meiner Oma entfernt, gab es ein Mann der verkaufte an seinem Fenster Softeis mit Ananas Geschmack, da sind wir immer ganz oft hingefahren weil es einfach super lecker war. Noch heute erinnere mich daran als wäre es gestern gewesen. 

In dem kleinen Dorf wo meine Oma gelebt hat, gab es wie gesagt keine Einkaufsmöglichkeiten so hatte sie ihre eigenen Hühner und es gab immer frische Eier, einen eigenen Gemüsegarten gab es auch. Gegenüber von ihr hat eine Familie mit 3 Mädchen gewohnt mit ihnen haben wir immer gespielt, meine Oma hat ihnen immer aus Deutschland unsere Kleidung mitgebracht oder auch Spielzeug welches wir aussortiert haben und wenn wir hingefahren sind haben wir auch noch was mitgebracht. Die Mädchen haben sich immer sehr darüber gefreut, sie wollten uns immer Geld dafür geben, natürlich haben wir es nicht angenommen, wir wussten das sie sehr wenig Geld hatten und dabei waren wir selber noch Kinder im Grundschulalter.

Nicht weit von dem Haus gab es einen See ca 5 Minuten Fußweg, wo wir im Sommer immer gespielt haben, geschwommen sind oder uns ins Schlauchboot gesetzt haben. Angeln konnte man dort auch sehr gut, die Männer waren ständig am Angeln und brachten immer Fisch mit. Ich habe Fisch gehasst und das Ausnehmen fand ich auch immer super ekelhaft, angucken konnte ich es mir auch nicht und essen sowieso nicht. Einmal standen wir am Anfang von dem See, da war dann plötzlich ein Schatten und wir dachten es wäre ein Seeungeheuer, wir haben vor Angst so laut geschrieen das die halbe Familie zum See gerannt kam weil sie dachten uns wäre was passiert. Ganz lange danach waren wir immer noch der Meinung da war was. Seit dem kann ich nur noch mit Schuhen in solche Gewässer gehen, auch kriege ich eine Krise wenn fische um mich herum schwimmen. Ohne Schuhe gehe ich in keinen See, geht absolut nicht und wenn doch nur da wo alles klar, spielt einer meiner Hunde mit im Wasser muss ich raus weil ich nicht mehr sehen was am Grund ist.

Meine erste Adidas Hose habe ich in Polen bekommen, natürlich war es keine Originale aber mich hat es nicht gestört und ich fand sie toll. Da hat man sich keine Gedanken um Marken gemacht oder was die anderen denken. 
Ich habe sehr früh gesehen das es Menschen gibt die nichts haben und für jede Kleinigkeit dankbar sind, das Leben in Deutschland konnte man nicht vergleichen. Dort ist vieles einfach nur grau, nicht wie hier mit farbenfrohen Häuser oder was wir hier Dorf nennen wäre dort schon fast eine Stadt.(Das ganze ist schon über 15 Jahre her)


Oft war meine Oma vor Ferienanfang in Deutschland und hat mich dann mit nach Polen genommen, meine Mutter kann später nach. In der Zeit durfte ich immer vor dem Kamin einschlafen, meine Oma hat mich überall mit hingenommen und ich habe ihr immer geholfen, ich war wahrscheinlich wie eine Klette. Einmal hatte meine Mutter mir die kompletten Haare in kleinen Strähnchen geflochten, ich wollte das sie drin bleiben aber meine Oma war der Meinung es ist nicht gut für meine Haare, mit vielen tränen hat sie mir die entfernt. Einmal wollte ich so mutig sein und alleine im Wohnwagen schlafen, die Haustür war extra offen und lange habe ich es nicht ausgehalten und bin ganz mutig zurück ins Haus gegangen.

Einmal hat sie ein verletztes Reh gefunden, das hat sie natürlich mit nachhause genommen und mit sehr viel liebe gesund gepflegt. Dem Reh hat es so gut gefallen, das es einfach nicht weg wollte und immer wieder gekommen ist. Es war schon ein richtiges Highlight ein Reh im Garten zu haben, welches man auch noch streicheln konnte und total neugierig alles untersuchte, mitten drin statt nur dabei. In Deutschland wäre es wahrscheinlich ein Riesen Drama geworden aber da hat es niemanden interessiert.
Irgendwelche Tiere gab es immer die sie gerettet und dann bei sich aufgenommen hat.

Meine Oma war ein sehr hilfsbereiter und herzlicher Mensch, sie hat uns immer gezeigt das es auch Menschen gibt denen es schlecht geht als uns. Trotz allem habe ich gelernt, es gibt nicht nur gute und dankbare Menschen...
Die Zeit dort mit meiner Oma war die schönste, nachdem sie gestorben ist, war ich nie wieder dort. 
  



Die Teilnehmenden Blogger:

Kommentare:

  1. Ein schöner Post und auf das Rezept freue ich mich jetzt schon :-) Liebe Grüße Anna http://rotkaeppchensblog.blogspot.de/

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    1. Danke :) Das werde auf jedenfall machen.

      Liebe Grüße

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  2. So schön geschrieben und viele tolle Erinnerungen. Das mit deiner Omi tut mir leid.
    Ich wünsche dir einen schönen Freitag und ein tolles We.

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    1. Danke meine Liebe <3 Ich hätte noch sooo viel schreiben können :)

      Ich wünsche dir einen schönen Start in die Woche

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  3. Vielleicht kommst Du ja doch noch mal wieder dorthin und dann werden die Erinnerungen einfach nur schön sein (mit ein wenig Wehmut bestimmt). So in der Art erinnere ich mich immer an Finnland.
    Ein schöner Text, liebe Grüße
    Kirsi

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